Warme Luft und Sonnenschein, wie kann der Frühling schöner sein?

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Nachdem sich die Kindergartenkinder vor gut zwei Monaten erst einmal noch am Wintereinbruch erfreuten, stiegen kurz darauf die Temperaturen auf angenehme Plusgrade. Der Frühling sollte Einzug halten. Und mit ihm die Freude am Erwachen der Natur aus ihrem Winterschlaf.

Zeitgleich breitete sich Covid-19 rasant aus. Mittlerweile auch in Deutschland. „Wir müssen momentan mehr auf Hygiene achten und noch besser unsere Hände waschen.“ erklärten wir den Kindern. „Damit wir uns und andere nicht anstecken und gesund bleiben husten und niesen wir in die Ellbeuge!“ Während sich Erwachsene schwertun, sich mit neuen Hygienemaßnahmen anzufreunden, nehmen Kinder diese Themen als nachvollziehbar und selbstverständlich hin.

Die Lage in Deutschland wird ernster, Corona breitet sich beängstigend schnell aus, es drohen Schul- und Kitaschließungen…

Und dann war es soweit. Freitag der 13. im März 2020 wird uns wohl allen in Erinnerung bleiben. Der Tag an dem feststand, dass die Schließung von Schulen, Kindergärten und Krippen nun unumgänglich ist.

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem ich in der Abholzeit Kinder und Eltern auf unbestimmte Zeit verabschiedete. Es war ein seltsames Gefühl. Keiner wusste zu diesem Zeitpunkt, wie es weitergeht und welche Ausmaße diese Krankheit haben wird! Wann sehen wir uns wieder? Bleiben wir gesund? Wie wird es uns in dieser Zeit ergehen? Sorge, Angst und Unsicherheit waren in den Gesichtern der Eltern zu lesen und beschäftigten auch mich.

Nun war es an der Zeit, eine Notbetreuung für Kinder zu organisieren, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. In den folgenden Wochen nahmen drei Familien unserer Kindertagesstätte diese Betreuung in Anspruch. An unterschiedlichen Tagen besuchten uns somit neun Kinder, die nur manchmal zeitgleich anwesend waren.

Die Zeit mit geringer Kinderzahl nutzten wir zur Bearbeitung unserer Konzeption, für Aufräum- und Reinigungsarbeiten, für Dokumentationen, Schreibarbeiten u.v.m. 

Dennoch: eine Kindertagesstätte ohne Kinder? Das ist wie eine Butterbreze ohne Butter, ein Schokoladenkuchen ohne Schokolade oder ein Obstsalat ohne Obst… Es fehlt ein ganz, ganz wesentlicher Bestandteil: DIE KINDER! Die Kinder, die zuhause betreut werden, sollten nicht ganz den Anschluss an die Kita verlieren. So kam uns in den Tagen nach dem Osterfest die Idee, den Kindern einen Brief zu schreiben, gespickt mit ein paar Ideen zum Zeitvertreib.

Mittlerweile sind mehr als sechs Wochen vergangen… Es ist noch nicht abzusehen, was die Zukunft bringt, wann Kitas ihren Regelbetrieb aufnehmen können, mit täglichen Besuchen aller Kinder, pädagogischer Arbeit, Förderungs- und Bildungsangeboten, Feierlichkeiten und Festen… und einer ganz normalen herzlichen Umarmung eines Kindes und seiner Erzieherin.

Bleiben Sie – und auch Ihr, liebe Kinder – gesund! Genießt den wundervollen Frühling und füllt die gemeinsame Zeit mit schönen Momenten. Und wenn Ihr Lust habt, dürft Ihr uns auch gerne schreiben.

 

Sandra Kob, Erzieherin - Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“

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